7. Gesundheitsclub "Hacker-Angriff, Bombenfund, Versorgungsengpass – Wenn Unternehmen in der Gesundheitswirtschaft zum Opfer werden"

20. Februar 2018

Vom Shitstorm in sozialen Netzen über den Hacker-Angriff bis hin zum Terroranschlag – die Anforderungen an die Krisenabwehr eines Unternehmens sind heutzutage immens. Und alle Fälle können im Ernstfall das Aus für ein Unternehmen bedeuten. Die Gesundheitswirtschaft trägt große soziale Verantwortung und ist dementsprechend verwundbar. Wie sich die Unternehmen bestmöglich vorbereiten und was im Krisenfall zu tun ist, das diskutierten Experten wie Detlef Hans Franke, Jürgen Schäfer, Julia Krauske, Michael Burkhart, Jens Brinkhus der Gesundheitswirtschaft beim 7. exklusiven Gesundheitsclub der gwrm im Februar. „Die Frage ist nicht, ob etwas passiert, sondern wann es passiert.“, betonte Jürgen Schäfer, Geschäftsführer der Agaplesion Frankfurter Diakonie Kliniken. So würden sich die Frankfurter Krankenhäuser seit vielen Jahren auf den Ernstfall vorbereiten. „Dabei spielt das Zusammenwirken aller Kliniken eine wichtige Rolle.“, berichtete Schäfer, der selbst gelernter Rettungsassistent ist. In Frankfurt funktioniere die Zusammenarbeit hervorragend, denn „im Notfall sind wir keine Konkurrenten, sondern müssen uns gegenseitig bestmöglich unterstützen, um die Versorgung der Bewohner sicherzustellen. So trainieren wir gemeinsam und lernen voneinander; damit im Ernstfall jeder weiß, was er zu tun hat, sind standardisierte Abläufe und deren regelmäßiges Training sowie eine zentrale Leitung unerlässlich“. Deshalb empfiehlt Schäfer: „Ganz egal, in welcher Branche Sie arbeiten – machen Sie einen Einsatz- und Ablaufplan für den Krisenfall!“ Die Vorbereitung auf das Krisen-Szenario spielt auch für die Mandanten von PwC eine immer größere Rolle. Deshalb hat PwC ein Beratungskonzept entwickelt, um mit Unternehmen mögliche Krisen auszumachen, sich darauf vorzubereiten und diese durchzuspielen. Aus der Praxis der Krisensimulation berichteten beim Gesundheitsclub die PwC-Experten Julia Krauske und Jens Brinkhus. „Die Krisensimulation hat für unsere Mandanten einen großen Vorteil: Sie gibt den Beteiligten im tatsächlichen Krisenfall eine gewisse Sicherheit, berichtete Julia Krauske, Consultant für Business Continuity & Resilience Management bei PwC. „Wir entwickeln gemeinsam mit den Unternehmen Strukturen und Standards, die dann mit allen Mitarbeitern in Szenarien geübt und auf ihre Effektivität hin überprüft werden, ergänzte ihr Kollege Jens Brinkhus. „Die Nachbereitung ist dabei natürlich das Allerwichtigste, um den Ablauf zu optimieren, Schwachstellen zu beheben und aus Fehlern zu lernen. Diese macht man im Ernstfall dann mit großer Wahrscheinlichkeit nicht noch einmal. In einem weiteren Punkt waren sich die Experten von PwC und Jürgen Schäfer einig: „Natürlich muss immer zuerst die Lage gesichert werden. Allerdings wurde in dem Zusammenhang die Bedeutung der Pressearbeit rund um die Krise lange unterschätzt. Sie ist aber wesentlich, um im Notfall handlungsfähig zu bleiben“, so Schäfer.

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