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Informieren Sie sich hier über vergangene Veranstaltungen und Kongresse.

Vergangene Frühjahrstagungen

  • 4. Mai 2016: Gesundheitspolitik 2016: Qualität und Innovation

    • Nachbericht

      Gesundheitspolitik 2016: Qualität und Innovation

      Wie wirken sich die jüngsten Gesetzesänderungen des Bundes, beispielsweise das Krankenhausstrukturgesetz, aus? Vor welchen Veränderungen steht die Gesundheitspolitik 2016? Stimmen die Rahmenbedingungen für eine gesunde Gesundheitswirtschaft? Und was bedeutet das Handeln der Politik für die Akteure im Gesundheitswesen? Auf der Frühjahrstagung der Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v. (gwrm) gab Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe im 48. Stock des Towers 185 unseres Mitglieds PricewaterhouseCoopers vor über 100 Teilnehmern einen spannenden Überblick über die aktuellen Themen der Gesundheitspolitik.

      Für Hermann Gröhe war es die erste gwrm-Veranstaltung. Die Initiative konnte in ihren zehn Jahren seit der Gründung bereits zahlreiche namhafte Vertreter der Gesundheitswirtschaft, z.B. Dr. Philipp Rösler, Ulla Schmidt oder Stefan Grüttner, für ihre Frühjahrstagung gewinnen konnte. Viele Mitglieder der gwrm nutzten die Möglichkeit mit dem Gesundheitsminister direkt ins Gespräch zu kommen: Stefan Rinn, Landesleiter Deutschland und Vorsitzender der Geschäftsführung der Boehringer Ingelheim Deutschland GmbH, führte in den Pharmadialog ein. Andere Gäste thematisierten das Krankenhausstrukturgesetz und die Qualitätsrichtlinien in der Gesundheitsversorgung, die Finanzierung der Universitätsmedizin sowie die Zukunft der Pharmaforschung. Auch beim anschließenden Get-together ließ es sich der Minister nicht nehmen, die Diskussion mit den Entscheidern aus dem Gesundheitswesen fortzuführen.

      Ausbau der Leistungsfähigkeit bei wachsendem Bedarf
      Jeder bekomme auch künftig die Behandlung, die er brauche. Und das unabhängig vom Wohnort und Einkommen, versprach Gröhe. Der demografische Wandel mit einer immer älter werdenden Bevölkerung zum einen und dem Bevölkerungsrückgang in strukturschwachen Regionen zum anderen, mache dieses Versprechen aber zu einer großen Herausforderung. Allein in den kommenden 15 Jahren steige die Zahl pflegebedürftiger Menschen auf über eine Million. Damit wachse auch der Bedarf an geschulten Pflegekräften rasant weiter. Schon jetzt arbeiteten fünf Millionen Menschen in der Gesundheitswirtschaft, in wenigen Jahren sollen es sechs Millionen sein, so der Minister.

      Mehr Zusammenarbeit gefordert
      Um den veränderten Bedürfnissen und Herausforderungen einer älter werdenden Gesellschaft zu begegnen, müssten die im Gesundheitswesen beteiligten Akteure besser miteinander kooperieren, forderte Gröhe. Vorbild ist das aus den angelsächsischen Ländern kommende „Coorperative Care“, also das Zusammenspiel verschiedener Anbieter aus Pflege und Gesundheitsversorgung in bestimmten Lebenssituationen. In Deutschland sei die Behandlung bisher noch zu stark auf die einzelne Therapie ausgelegt.

      Zwingend erforderlich seien aus Gröhes Sicht zudem die noch stärkere Vernetzung und Kooperation von Kliniken: „2.000 Krankenhäuser, die alles anbieten, sind nicht wirtschaftlich.“ So habe das Ministerium mit dem Pflegestellen-Förderprogramm, dem Pflegezuschlag und dem Hygieneförderprogramm im Rahmen der Krankenhausreform bereits klare Akzente gesetzt. Eine qualitativ hochwertige Krankenhausversorgung bedeute aber auch die Spezialisierung auf Zentren.
      Qualität und Transparenz fördern
      Strenger kontrolliert und konsequent verbessert werde künftig die Qualität der Krankenhausversorgung. Verbindliche Qualitätsrichtlinien dafür entwickle derzeit das unabhängige Qualitätsinstitut des Bundes. Kliniken, die dessen Kriterien nicht erfüllten, würden gegebenenfalls vom Netz genommen, stellte der Minister klar. Die Einführung von Qualitätsrichtlinien sei keine Misstrauenserklärung an die Arbeit der Kliniken. Vielmehr lägen die Vorteile wie zum Beispiel mehr Transparenz für Patienten bei der Wahl eines Krankenhauses klar auf der Hand.

      Telemedizin nicht mit Angst besetzen
      Große Chancen für das Gesundheitswesen sieht der Gesundheitsminister in der Telemedizin. Das eHealth-Gesetz solle hier lang erwartete Fortschritte, beispielsweise durch die Verbesserung der Infrastruktur oder mit weiteren Funktionen bei der elektronischen Gesundheitskarte bringen, die inzwischen über eine Milliarde Euro gekostet hat und Patienten bisher keinen Mehrwert biete. Zwar nutzten Akteure heute viele gute Insellösungen, diese müssten aber deutlich besser aufeinander abgestimmt und vereinheitlicht werden. Patienten profitierten derweil von über 100.000 Gesundheits-Apps. Hier gelte es, die Spreu vom Weizen zu trennen, denn nicht jede Anwendung sei sinnvoll oder erfülle die notwendigen Datenschutzanforderungen.

      Erfolgreicher Pharmadialog
      Auf einem guten Weg sieht Gröhe die Arzneimittelversorgung der Patienten in Deutschland. Gemeinsam mit Vertretern der Pharmaindustrie wurden die Grundlagen gelegt, um weiterhin einen schnellen Zugang zu hochwertigen und zugleich bezahlbaren Arzneimitteln zu ermöglichen. Zugleich dürften Fortschritt und Innovation der deutschen Pharmaindustrie nicht ausbleiben, mahnte der Minister. Dazu beitragen solle auch ein neues Arztinformationssystem, das gemeinsam mit den Dialogpartnern entwickelt werde. Ziel sei der verbesserte und gezieltere Einsatz insbesondere neuer Arzneimittel und die Stärkung der Therapiefreiheit von Ärzten.

    • Programm

      17:30 Uhr

      Empfang

      18:00 Uhr

      Begrüßung

      Florian Gerster, Staatsminister a.D., Vorsitzender Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v., Unternehmensberater, Frankfurt a. M.

      Michael Burkhart, Partner & Industryleader Healthcare & Pharma, PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

      18:15 Uhr

      Rede

      Hermann Gröhe CDU, Bundesminister für Gesundheit

      18:35 Uhr

      Diskussion

      Eröffnung der Aussprache durch

      Stefan Rinn Landesleiter Deutschland und Vorsitzender der Geschäftsführung der Boehringer Ingelheim Deutschland GmbH

      19:15 Uhr

      Schlusswort

      Florian Gerster, Staatsminister a.D., Vorsitzender Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v., Unternehmensberater, Frankfurt a. M.

      19:25 Uhr

      Ausklang - Get together

    • Referenten

      • Hermann Gröhe
        CDU, Bundesminister für Gesundheit

      • Stefan Rinn
        Landesleiter Deutschland und Vorsitzender der Geschäftsführung der Boehringer Ingelheim Deutschland GmbH

    • Sponsoren

    • Presse

      Ärzte Zeitung, 6. Mai 2016
      Gröhe mahnt Vernetzung an

      "Akteure im Gesundheitswesen müssen näher zusammenrücken, fordert Gesundheitsminister Hermann Gröhe. Das Vorbild heißt "Cooperative Care" - es ist in angelsächsischen Ländern bereits Realität."
      ZUM ARTIKEL

      Ärzte Zeitung, 6. Mai 2016
      Schlachten heiliger Kühe?

      Kommentar zu Gröhes Forderungen
      ZUM ARTIKEL

  • 2. Juni 2015: Zuviel des Guten in Rhein-Main? Wie viel "Krankenhaus" braucht die Region?

    • Nachbericht

      Die Frühjahrstagung 2015 der gesundheitswirtschaft rhein-main e.v. zum Thema „Zuviel des Guten in Rhein-Main? Wie viel „Krankenhaus“ braucht die Region?“ war ein voller Erfolg: Mit knapp 120 Teilnehmern war der Konferenzraum des Veranstalters Kliniken des Main-Taunus-Kreises GmbH in Bad Soden sehr gut besucht.

      Experten aus Kliniken, Politik, Krankenkassen und Wissenschaft diskutierten zu den Fragen

      • Haben wir in der Rhein-Main-Region zu viele Krankenhäuser?
      • Müssen wir Betten abbauen, gar Standorte schließen, oder sollten wir Kompetenzen bündeln?
      • Reicht es, wenn Krankenhäuser kooperieren, oder führt an Fusionen kein Weg vorbei?
      • Müssen Krankenhäuser Geld verdienen oder reicht die „schwarze Null“?
      • Und sind Kommunalpolitiker eigentlich Treiber oder Bremser der Entwicklung hin zu Qualität und Wirtschaftlichkeit?

      und zeichneten verschiedene Wege zu einer guten und zugleich bezahlbaren Krankenhausversorgung in Rhein-Main auf.

    • Programm

      13:00 Uhr

      Empfang

      14:00 Uhr

      Begrüßung

      Florian Gerster, Staatsminister a.D., Vorsitzender Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v., Unternehmensberater, Frankfurt a. M.

      Dr. Tobias Kaltenbach, Geschäftsführer, Kliniken des Main-Taunus-Kreises GmbH, Vorstandsmitglied der Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v.

      14:10 Uhr

      Sektion 1 - Bestandsaufnahme

      Dr. Boris Augurzky Leiter des Kompetenzbereichs Gesundheit am Rheinisch Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, Geschäftsführer der Institut for Health Care Business GmbH (hcb)

      Jochen Metzner, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration, Leiter des Referats Krankenhausversorgung, Gesundheits- und Krankenpflege

      Dieter Bartsch Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft, geschäftsführer der Main-Kinzig-Kliniken GmbH

      Dr. Jürgen Dieter Direktor des Hessischen Städtetags und dort u.a. Dezernet für Finanzen

      15:40 Uhr

      Sektion 2 - Wege der Problemlösung

      Kooperationen/Fusionen:
      Dr. Tobias Kaltenbach, Kliniken des Main-Taunus-Kreises GmbH

      Schließungen:
      Prof. Dr. Thomas Busse, Frankfurt University of Applied Sciences

      Privatierungen:
      Thomas Lemke, Sana Kliniken AG

      Qualität als Standortfaktor:
      Dr. Barbara Voß, Techniker Krankenkasse in Hessen

      17:10 Uhr

      Sektion 3 - Agenda 2030: Krankenhauslandschaft der Zukunft

      Prof. Dr. Rudolf Blankart Technologie- und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen am Hamburg Center for Helth Economics (HCHE) an der Universität Hamburg

      17:55 Uhr

      Sektion 4 - Zusammenfassung und Empfehlungen

      Florian Gerster, Staatsminister a.D., Vorsitzender Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v., Unternehmensberater, Frankfurt a. M.

      Prof. Dr. Heinz Lohmann Gesundheitsunternehmer, Professor der Hochschuhle für Angewandte Wissenschaften Hamburg, 1. Vorsitzender der Initiative Gesundheitswirtschaft e.V.

      18:10 Uhr

      Schlusswort

      Florian Gerster

      18:15 Uhr

      Ausklang

    • Referenten

      • Dr. Boris Augurzky
        Leiter des Kompetenzbereichs Gesundheit am Rheinisch Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, Geschäftsführer der Institut for Health Care Business GmbH (hcb)

      • Dieter Bartsch
        Präsident der Hessischen Krankenhausgesellschaft, geschäftsführer der Main-Kinzig-Kliniken GmbH

      • Prof. Dr. Rudolf Blankart
        Technologie- und Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen am Hamburg Center for Helth Economics (HCHE) an der Universität Hamburg

      • Prof. Dr. Thomas Busse
        Professor an der UAS (Frankfurt University of Applied Sciences), Direktor des ZGWR (Zentrum für Gesundheitswirtschaft und - recht), Studiengangsleitung Master of Arts PGM (Pflege- und Gesundheitsmanagement)

      • Dr. Jürgen Dieter
        Direktor des Hessischen Städtetags und dort u.a. Dezernet für Finanzen

      • Dr. Tobias Kaltenbach,
        Geschäftsführer, Kliniken des Main-Taunus-Kreises GmbH, Vorstandsmitglied der Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v.

      • Thomas Lemke
        Vorstand der Sana Kliniken AG

      • Jochen Metzner,
        Hessisches Ministerium für Soziales und Integration, Leiter des Referats Krankenhausversorgung, Gesundheits- und Krankenpflege

      • Dr. Barbara Voß
        Leiterin der Landesvertretung der Techniker Krankenkassen in Hessen

      • Prof. Dr. Heinz Lohmann
        Gesundheitsunternehmer, Professor der Hochschuhle für Angewandte Wissenschaften Hamburg, 1. Vorsitzender der Initiative Gesundheitswirtschaft e.V.

    • Sponsoren

    • Präsentation

Vergangene medlounge rhein-main

  • 24. April 2017: medlounge "Hessens Notfallversorgung - selbst ein Notfall?"

    • Programm

      18:00 Uhr

      Empfang

      18:30 Uhr

      Begrüßung

      Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der BARMER Hessen

      Florian Gerster, Staatsminister a.D., Vorsitzender Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v., Unternehmensberater, Frankfurt a. M.

      18:40 Uhr

      Keynote

      Prof. Dr. Thomas Krafft, Faculty of Health, Medicine and Life Sciences, Maastricht University

      19:10 Uhr

      Paneldiskussion

      • Dr. Ralf Ackermann, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen
      • Frank Dastych, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen
      • Dr. Tobias Kaltenbach, Kaufmännischer Geschäftsführer der Kliniken des Main-Taunus Kreises
      • Jochen Metzner, Referatsleiter Krankenhausversorgung im Hessischen Sozialministerium
      • Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der BARMER Hessen
      • Moderation: Detlef Hans Franke, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v.
      20:00 Uhr

      Publikumsdiskussion

      20:15 Uhr

      Get-together

    • Referenten

      • Dr. Ralf Ackermann,
        Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Hessen

      • Frank Dastych,
        Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, Frankfurt a. M.

      • Dr. Tobias Kaltenbach,
        Geschäftsführer, Kliniken des Main-Taunus-Kreises GmbH, Vorstandsmitglied der Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v.

      • Prof. Dr. Thomas Krafft,
        Faculty of Health, Medicine and Life Sciences, Maastricht University

      • Jochen Metzner,
        Hessisches Ministerium für Soziales und Integration, Leiter des Referats Krankenhausversorgung, Gesundheits- und Krankenpflege

      • Norbert Sudhoff,
        Landesgeschäftsführer der BARMER Hessen

    • Presse

      Ärzte Zeitung, 26. April 2017
      Stärkere Triage bei Notfallversorgung

      "Um die Notfallversorgung tobt in Hessen seit langem Streit. In Frankfurt gaben sich Verantwortliche nun konstruktiv – und präsentierten mögliche Lösungen."
      ZUM ARTIKEL

      Frankfurter Rundschau, 26. April 2017
      Lotsen für medizinische Notfälle

      "Die medizinische Notfallversorgung ist in der Krise. Experten diskutieren Lösungen für die vollen Notfallambulanzen."
      ZUM ARTIKEL

       

       

  • 16. Februar 2017: Anti-Korruptionsrecht und Compliance im Gesundheitswesen

    • Nachbericht

      Krankenhäuser, Ärzte sowie Unternehmen der Pharma- und Medizintechnikbranche sind nicht weniger anfällig für Korruption, als Verantwortliche in der übrigen Wirtschaft. Waren früher kleine Geschenke und Einladungen in Unternehmen gang und gäbe, so werden die Vorschriften inzwischen immer strenger. Im Juni 2016 hat der Gesetzgeber mit dem neuen Anti-Korruptionsgesetz für Heilberufe die gesetzlichen Rahmenbedingungen weiter verschärft. Am 16. Februar diskutierten Experten aus der Gesundheitswirtschaft und Alexander Badle, Oberstaatsanwalt der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, über das Anti-Korruptionsgesetz. 110 Teilnehmer waren der Einladung der gwrm in die Räume der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen gefolgt. Für die meisten der Anwesenden stand schon zu Beginn der Veranstaltung fest, dass die Gesundheitswirtschaft ein Strafrecht gegen Korruption brauche. In einer Umfrage der Initiative stimmten 77 Prozent der Teilnehmer dafür, zehn Prozent dagegen, 13 Prozent waren noch unentschlossen.

      Florian Gerster, Vorsitzender der gwrm, merkte zu Beginn an, dass die „Schockstarre“ vor allem bei den Krankenhäusern und Ärzten deutlich zu spüren sei. Er sprach sich dafür aus, nicht jede Kooperation automatisch unter Korruptionsverdacht zu stellen. Zusammenarbeit müsse auch künftig möglich sein.

      Krankenhäuser schlecht vorbereitet
      Alexander Badle sah den größten Nachholbedarf bei Krankenhäusern. Pharmaunternehmen hätten dagegen frühzeitig reagiert und gegengesteuert. Der Oberstaatsanwalt machte deutlich, dass die neuen Straftatbestände lediglich schärfere Sanktionen brächten. „Wer in der Vergangenheit regelkonform gehandelt hat, muss heute nichts befürchten.“

      Ziel des neuen Gesetzes sei der Schutz des fairen Wettbewerbs im Gesundheitsmarkt. „Darauf hat die Juristerei reagiert“, erklärte der Leiter der bundesweit ersten Zentralstelle zur Bekämpfung von Vermögensstraftaten und Korruption im Gesundheitswesen. „Alle hatten genügend Zeit sich vorzubereiten, denn die Diskussionen laufen bereits seit zehn Jahren.“

      Wichtig sei nun vor allem mehr Transparenz und ein stärkeres Problembewusstsein. Konkret heißt das: Alt-Verträge prüfen, Compliance stärken und Umgehungsstrategien vermeiden. Ein „Allheilmittel“ gebe es nicht.

      Compliance wichtiger denn je
      Diese Aspekte griffen die Teilnehmer der Podiumsdiskussion auf. In vielen Punkten stimmten sie mit Alexander Badle überein. Dr. Tanja Wolber-Josch, Healthcare Compliance Officer Deutschland bei Boehringer Ingelheim, bestätigte, dass schon vor Inkrafttreten des Gesetzes Pharmaunternehmen „Leitplanken“, sogenannte Branchen-Codizes, entwickelten. Jeder Vertrag durchlaufe bei Boehringer Ingelheim eine Complianceprüfung. Als Mitglied der Freiwilligen Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie e.V., unterstützt der Konzern das seit 2004 geltende Regelwerk für die Zusammenarbeit zwischen Pharma und Arzt. Zudem lege ein eigens entwickelter Transparenzkodex seit einigen Jahren Zahlungen an Ärzte und Kliniken offen.

      Der Geschäftsführer des Krankenhauses Nordwest, Tobias Gottschalk, betonte, dass die Pharmabranche verantwortlich für das neue Gesetz sei, Kliniken aber am schlechtesten auf die neuen Regelungen vorbereitet waren. Dennoch sieht Gottschalk im Anti-Korruptionsgesetz auch eine Chance: „Der Staat hat durch das Gesetz eine Schutzfunktion für den Patienten geschaffen.“ Es helfe Ärzte zu sensibilisieren und werte die Compliance-Abteilungen auf. Im Krankenhaus Nordwest habe man in diesem Bereich bereits Personal aufgestockt und entwickle ein eigenes Compliance-System.

      „Ich war überrascht von der Sturmflut die das neue Gesetz in der Krankenhauslandschaft ausgelöst hat“, erklärte Dr. Robert Porcher, Berater bei CompCor Compliance Solutions. „Es steht bereits alles im ärztlichen Berufsrecht. Da hätte es eines neuen Strafrechts gar nicht bedurft.“ Die Gesundheitswirtschaft müsse nun damit zurechtkommen. Fachliche Beratung könne helfen. Der Experte bekräftigte: „Niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser können trotz Antikorruptionsgesetz kooperieren. Bezahlte Leistungen müssen aber transparent sein.“

    • Programm

      18:30 Uhr

      Empfang

      19:00 Uhr

      Begrüßung

      Jörg Hoffmann, Geschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen

      Florian Gerster, Staatsminister a.D., Vorsitzender Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v., Unternehmensberater, Frankfurt a. M.

      19:10 Uhr

      Keynote

      Alexander Badle, Oberstaatsanwalt bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Leiter der bundesweit ersten Zentralstelle zur Bekämpfung von Vermögensstraftaten und Korruption im Gesundheitswesen.

      19:30 Uhr

      Podiumsdiskussion

      • Alexander Badle
        Oberstaatsanwalt
      • Dr. Robert Porcher
        CompCor Compliance Solutions GmbH & Co KG, Frankfurt am Main
      • Tobias Gottschalk
        Geschäftsführer, Krankenhaus Nordwest GmbH, Frankfurt am Main
      • Dr. Tanja Wolber-Josch
        Healthcare Compliance Officer Deutschland bei Boehrinher Ingelheim
      20:00 Uhr

      Publikumsfragen

      20:15 Uhr

      Get-together

    • Referenten

      • Alexander Badle,
        Oberstaatsanwalt bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Leiter der bundesweit ersten Zentralstelle zur Bekämpfung von Vermögensstraftaten und Korruption im Gesundheitswesen.

      • Florian Gerster,
        Staatsminister a.D., Vorsitzender Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v., Unternehmensberater, Frankfurt a. M.

      • Tobias Gottschalk,
        Geschäftsführer, Krankenhaus Nordwest GmbH

      • Dr. Robert Porcher,
        CompCor Compliance Solutions GmbH & Co. KG

      • Dr. Tanja Wolber-Josch,
        Rechtsanwältin, Healthcare Compliance Officer Deutschland bei Boehringer Ingelheim

  • 5. Juli 2016: Fachkräftemangel in Krankenhäusern

    • Nachbericht

      In wenigen Jahren fehlen Krankenhäusern viele Tausend Fachkräfte und die Stellenbesetzung wird zu einer teils existentiellen Frage. Am 5. Juli diskutierten Experten aus Gesundheitswirtschaft, Politik und Gewerkschaften, wo die Knackpunkte des komplexen Problems liegen und mit welchen Strategien es überwunden werden kann. 70 Teilnehmer waren der Einladung der gwrm ins Krankenhaus Bad Soden der Kliniken des Main-Taunus-Kreises GmbH gefolgt.

      Dr. Tobias Kaltenbach, Kaufmännischer Geschäftsführer der Kliniken des Main-Taunus-Kreises GmbH, wünschte sich zu Beginn ein „Mehr des Guten“ für die Region. Während bei der Zahl der Krankenhäuser ein „Zuviel des Guten“ diskutiert werde, sei es mit Blick auf den Fachkräftemangel umgekehrt. Florian Gerster, Vorsitzender der gwrm, verdeutlichte die Komplexität des Problems: Bei den Fachkräften in Krankenhäusern existierten schon seit langem eine Über-/ Unter- und Fehlversorgung parallel. Im Rhein-Main-Gebiet gebe es eher zu viele Ärzte während es an Assistenz- und Pflegekräften mangele.

      Ein Drittel kämpft, ein Drittel resigniert, ein Drittel leugnet

      Michael Burkhart, Partner & Industryleader Healthcare & Pharma bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC, spitzte in seiner Keynote die Wahrnehmung des Fachkräftemangels durch die Entscheider der Gesundheitswirtschaft noch einmal zu. Noch immer verdränge ein Drittel der Akteure das offenkundige Problem. Schon heute sei der „worst case“, der vor fünf Jahren in einer PwC-Studie skizziert wurde, überholt: Es fehlen bereits jetzt mehr Fachkräfte als damals prognostiziert. Zudem würden nicht nur die Patienten, sondern auch die Pflegekräfte älter, die Anzahl der Erwerbstätigen nehme bis 2030 ab. Rund 710.000 Stellen könnten dann nicht besetzt werden.

      Zusätzlich verstärkt werde der Mangel durch zahlreiche Arbeitnehmer, die ihren gelernten Beruf schnell wieder aufgeben: Eine Pflegekraft scheide nach durchschnittlich nur acht Jahren aus. Häufig sei dafür, neben der hohen physischen und psychischen Belastung, eine Gefährdung der individuellen Ziele ausschlaggebend: Die Familie werde meist als genauso wichtig angesehen wie der Beruf, beides lasse sich in der Pflege nur schwer vereinbaren.

      Wie lässt sich das vermeintliche Dilemma lösen? Michael Burkhart machte auf einen wichtigen Aspekt aufmerksam: Die Stellenbesetzung sei kein Garant für die Zufriedenheit der Arbeitnehmer. Vielmehr arbeite eine Einrichtung, bei der sowohl Arbeitnehmer als auch Patienten zufrieden sind, auch wirtschaftlich erfolgreich. Und das unabhängig davon, ob es eine leichte Unter- oder Überbesetzung der Stellen gebe. Ein Weg dahin liege in der Verbesserung von Abläufen, die jeweils an die Gegebenheiten vor Ort angepasst werden müssen.

      Attraktivität und Ruf verbessern

      Diese Aspekte griffen auch die Diskutanten auf, freilich mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Walburga Sprenger, freie Beraterin für Pflegemanagement und Prozessoptimierung, verwies auf die Delegation von Aufgaben, auch von Pflegefachkräften auf Assistenzkräfte. Dadurch könne eine Entlastung herbeigeführt werden. Es existierten bereits gesetzliche Regelungen, sodass eine hohe Qualität gewährleistet bleibe.

      Saskia Jensch, ver.di-Gewerkschaftssekretärin für den Fachbereich Gesundheit in Südhessen und Wiesbaden, betonte mit Blick auf den neuen Tarifvertrag an der Charité Berlin hingegen, dass die ausreichende Besetzung der Stellen, das Gehalt und faire Arbeitspläne entscheidend seien: „Es mangelt nicht an Menschen. Die Rahmenbedingungen sind nicht gut“. Ein Weg zur generellen Verbesserung sei eine gesetzlich festgelegte Mindestbesetzung von Stellen in der Pflege. Dr. Ralf-Norbert Bartelt, MdL und gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Hessen, begrüßte zwar den Abschluss des Tarifvertrags an der Charité, widersprach aber der Forderung nach einer starren gesetzlichen Regelung. „Um die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland kommen wir nicht herum“, machte er deutlich. Dabei sei die Begleitung der Arbeitnehmer und Vereinbarungen mit den ausländischen Institutionen wichtig, um ein „Ausbluten“ der dortigen sozialen Strukturen zu verhindern.

      Marion Hahn, Pflegevorstand an der Universitätsmedizin Mainz, betonte den Aspekt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So sei an der Universitätsklinik ein Springerpool eingerichtet worden, um Ausfälle zu kompensieren. Karl-Heinz Schulz, Geschäftsführer von Mandelkern Marketing & Kommunikation, versetzte sich in die Lage der Bewerber: „Die Marke und die Führung einer Klinik sind heutzutage ein wichtiger Faktor für die Attraktivität eines Arbeitgebers“. „Kliniken brauchen individuelle ‚Magnete‘ für Fachkräfte“, bekräftigte auch Walburga Sprenger. Nicht zuletzt dadurch lasse sich auch der Ruf der Pflegeberufe insgesamt verbessern.


    • Programm

      18:00 Uhr

      Empfang

      18:30 Uhr

      Begrüßung

      Dr. Tobias Kaltenbach, Geschäftsführer, Kliniken des Main-Taunus-Kreises GmbH, Vorstandsmitglied der Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v.

      Florian Gerster, Staatsminister a.D., Vorsitzender Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v., Unternehmensberater, Frankfurt a. M.

      18:40 Uhr

      Keynote

      Vorstellung der PwC-Studie Fachkräftemangel Pflege 2030

      Michael Burkhart, Partner & Industryleader Healthcare & Pharma, PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

      19:10 Uhr

      Podiumsdiskussion

      • Dr. Ralf-Norbert Bartelt, MdL, Gesundheitspolitischer Sprecher, CDU-Landtagsfraktion Hessen
      • Marion Hahn, Pflegevorstand, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
      • Saskia Jensch, ver.di Gewerkschaftssekretärin, Fachbereich 03 „Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen“, Bezirke Südhessen und Wiesbaden
      • Karl-Heinz Schulz, Geschäftsführer Mandelkern Marketing & Kommunikation
      • Walburga Sprenger, freie Beraterin für Pflegemanagement und Prozessoptimierung

       

      Moderation:

      • Dr. Tobias Kaltenbach, Kaufmännischer Geschäftsführer der Kliniken des Main-Taunus-Kreises GmbH
      20:00 Uhr

      Get-together

    • Referenten

      • Dr. Ralf-Norbert Bartelt,
        MdL, Gesundheits- und sozialpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Hessen

      • Michael Burkhart,
        Partner & Industryleader Healthcare & Pharma, PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

      • Marion Hahn,
        Pflegevorstand, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

      • Saskia Jensch,
        ver.di Gewerkschaftssekretärin, Fachbereich 03 "Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen", Bezirke Südhessen und Wiesbaden

      • Dr. Tobias Kaltenbach,
        Geschäftsführer, Kliniken des Main-Taunus-Kreises GmbH, Vorstandsmitglied der Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v.

      • Karl-Heinz Schulz,
        Geschäftsführender Gesellschafter der Mandelkern Marketing & Kommunikation GmbH

      • Walburga Sprenger,
        freie Beraterin für Pflegemanagement und Prozessoptimierung

    • Präsentation

  • 16. Februar 2016: Biosimilars

    • Nachbericht

      Wir freuen uns, dass unsere medlounge rhein-main bei unserem Mitglied Ernst & Young GmbH viele interessierte Gäste angelockt hat mit denen wir das Thema "Biosimilars" diskutiert haben.

      Für immer mehr Biopharmazeutika, also Arzneistoffe, die mit Mitteln der Biotechnologie und gentechnisch veränderten Organismen hergestellt werden, gibt es in Zukunft Nachahmerpräparate. Diese sogenannten Biosimilars sind aus Sicht der Pharmaindustrie wegen ihrer höheren Herstellungskosten und aufwändigeren Zulassungsprozesse nicht mit klassischen Generika zu vergleichen. Die Kostenträger setzen jedoch auch bei den Biosimilars auf Festbeträge und Preissenkungen.

      Was bedeutet das für die weitere Entwicklung? Werden Biosimilars zukünftig, genau wie Generika, häufiger verkauft als das Originalprodukt? Welche Forderungen stellen Pharmaunternehmen und Kostenträger an die Politik? Wird auch hier das AMNOG greifen oder muss das Gesetz angepasst werden? Und welche Auswirkungen hat die Entwicklung auf das Verhältnis von Preisdruck auf der einen und wissenschaftlicher Weiterentwicklung auf der anderen Seite?

    • Programm

      18:30 Uhr

      Empfang

      19:00 Uhr

      Begrüßung

      Florian Gerster, Staatsminister a.D., Vorsitzender Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v., Unternehmensberater, Frankfurt a. M.

      Jürgen Peukert Partner Global Life Sciences, Advisory der Ernst & Young GmbH

      19:10 Uhr

      Statements der Podiusmteilnehmer

      • „Biosimilars – Sicher keine Biologicals 2. Klasse“, Prof. Dr. Theo Dingermann, Seniorprofessor für Pharmazeutische Biologie, JWG Uni
      • „Biosimilars - auch marktseitig keine Generika 2.0“, Bärbel Ellinger, Partner, Ernst & Young GmbH
      • „Biosimilars eine Chance für den Wettbewerb“, Lothar Guske, Geschäftsführer STADApharm GmbH
      • „Biosimilars – Chance für Qualität und Wirtschaftlichkeit?“, Claudia Ackermann, Leiterin der vdek-Landesvertretung Hessen
      19:30 Uhr

      Panel

      Prof. Dr. Theo Dingermann Seniorprofessor für Pharmazeitische Biologie, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

      Bärbel Ellinger Partner, Ernst & Young GmbH

      Lothar Guske Geschäftsführer STADApharm GmbH

      Claudia Ackermann Leiterin der vdek-Landesvertetung

      20:15 Uhr

      Ausklang

    • Referenten

      • Claudia Ackermann
        Leiterin der vdek-Landesvertetung

      • Prof. Dr. Theo Dingermann
        Seniorprofessor für Pharmazeitische Biologie, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main

      • Dr. Anna C. Eichhorn,
        CEO humatrix AG, stellvertretende Vorsitzende der gesundheitswirtschaft rhein-main e.v.

      • Bärbel Ellinger
        Partner, Ernst & Young GmbH

      • Lothar Guske
        Geschäftsführer STADApharm GmbH

      • Jürgen Peukert
        Partner Global Life Sciences, Advisory der Ernst & Young GmbH

    • Sponsoren

    • Präsentation

  • 10. September 2015: Gesundheitsstandort Wiesbaden - Fit für die Zukunft?

    • Nachbericht

      Wiesbaden ist ein traditioneller Gesundheitsstandort mit internationalem Ruf. Mediziner treffen sich hier zu Gesundheitskongressen. Das medizinische Angebot ist vielfältig, es reicht von Wellness über Reha bis zur Akutversorgung in leistungsfähigen Krankenhäusern. Doch Wiesbaden steht im Wettbewerb mit anderen. Welche Pläne hat die Stadt für den Gesundheitsstandort? Welche Rolle spielen darin die Akutkrankenhäuser, die umfangreiche Umbauten und Sanierungsarbeiten planen? Können die Klinikbetreiber zum Zugpferd der Entwicklung werden? Eine Diskussion über die Zukunft des Gesundheitsstandortes Wiesbaden erscheint vielen Akteuren dringend notwendig.

    • Programm

      18:00 Uhr

      Empfang

      18:30 Uhr

      Begrüßung und Keynote

      "Die Bedeutung des Zweiten Gesundheitsmarktes für die Stadt Wiesbaden"

      Florian Gerster, Staatsminister a.D., Vorsitzender Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v., Unternehmensberater, Frankfurt a. M.

      18:45 Uhr

      Neue Mitglieder stellen sich vor

      19:00 Uhr

      Podiumsdiskussion: Die Zukufnt des Gesundheitsstandortes Wiesbaden

      • Martin Bosch, Geschäftsführer St. Josefs-Hospital Wiesbaden
      • Sötkin Geitner, DAK, Vertragsgebietsleiterin Hessen
      • Corinna Glenz, Regionalgeschäftsführerin HELIOS Kliniken Region Mitte-West
      • Axel Imholz, Gesundheitsdezernent Stadt Wiesbaden
      • Dr. med. Manfred Krieger, Mitglied der Geschäftsführung des Fachärzte-Netzwerks Chirurgie | Orthopädie Rhein-Main
      • Dr. med. Michael Weidenfeld, Vorsitzender Bezirksärztekammer Wiesbaden
      20:00 Uhr

      Ausklang

    • Referenten

      • Martin Bosch
        Geschäftsführer St. Josefs-Hospital Wiesbaden

      • Sötkin Geitner
        DAK, Vertragsgebietsleiterin Hessen

      • Corinna Glenz
        Regionalgeschäftsführerin HELIOS Kliniken Region Mitte-West

      • Axel Imholz
        Gesundheitsdezernent Stadt Wiesbaden

      • Dr. med. Manfried Krieger
        Mitglied der Geschäftsführung des Fachärzte-Netzwerks Chirurgie | Orthopädie Rhein-Main

      • Dr. med. Michael Weidenfeld
        Vorsitzender Bezirksärztekammer Wiesbaden

      • Stefan Schröder
        Chefredakteur Wiesbadener Kurier

  • 9. Juli 2015: Seelisch gesund? Zur Lage der psychiatrischen Versorgung in der Region

    • Nachbericht

      Die Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v. war am Donnerstag, 9. Juli 2015, mit der medlounge rhein-main zu Gast beim Mitglied Vitos Rheingau. Das Thema dieses mehrmals jährlich tagenden Forums der Initiative Gesundheitswirtschaft Rhein-Main e.V. lautete: „Seelisch gesund? Zur Lage der psychiatrischen Versorgung in der Region“. Nach zwei Fachvorträgen diskutierte eine Runde mit hochrangigen Vertretern aus der Gesundheitswirtschaft.

      Die beiden Keynotes beschrieben die gegenwärtige Situation der Versorgung im Rhein-Main-Gebiet sowie die zu erwartenden Veränderungen durch das neue Entgeltsystem in der Psychiatrie. Dabei nahm die Ärztliche Direktorin des Vitos Klinikums Rheingau, Dr. Sibylle C. Roll den medizinischen Standpunkt ein, aus kaufmännischer Sicht referierte Dr. Gerald Gaß, Geschäftsführer des rheinlandpfälzischen Landeskrankenhauses, einem Träger verschiedenster psychiatrischer, psychosomatischer und somatischer Gesundheitseinrichtungen. So wurden auch Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz deutlich.

      In der sich an die Vorträge anschließenden Diskussionsrunde ging es um die bevorstehende Neuregelung des Psychiatrie-Entgeltsystems PEPP (Pauschalierendes Entgeltsystem Psychiatrie und Psychosomatik), vor allem aber um die Frage nach dessen Einfluss auf die Versorgungsqualität. Sie ist aus Sicht der Experten keineswegs gesichert. Je nach Funktion der Diskussionsteilnehmer, zu denen Klinikgeschäftsführer, Chefärzte und Experten aus dem Bereich der gesetzlichen Krankenkassen, aber auch Vertreter von Patienteninteressen gehörten, gingen hier die Ansichten deutlich auseinander. Reinhard Belling, Geschäftsführer des Vitos Konzerns, betonte die grundsätzliche Richtigkeit eines Entgeltsystems, das die Behandlung hinsichtlich der verursachenden Kosten transparenter macht.

      Kritisiert wurde an PEPP in der Runde, dass das neue Entgeltsystem zum jetzigen Entwicklungsstand kein Lösung für die unbefriedigende sektorenübergreifende Versorgung böte, wie insbesondere Dr. Thomas Schillen, Privatdozent und Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Hanau, betonte. Dringend benötigt sei eine integrierte Versorgung, also das Schaffen geregelter Übergänge von der stationären Versorgung in der Klinik bis hin zur ambulanten Weiterversorgung der Patienten nach der Entlassung. Da das entwickelte neue Entgeltsystem nur für die stationären und teilstationären Angebote Gültigkeit hat, findet der ambulante Teil der Versorgung, der eine große Bedeutung im Gesamtversorgungssystem Psychiatrie hat, keine Berücksichtigung.

      Gebraucht werde in der Psychiatrie vor allem mehr und engmaschigere ambulante und aufsuchende Behandlung, das betonte auch Dr. Richard Auernheimer, Geschäftsführer des Vereins zur Unterstützung Gemeindenaher Psychiatrie in Rheinland-Pfalz e.V. Damit würde nicht nur die Behandlung optimiert, sondern auch der von allen Teilnehmern konstatierten nach wie vor spürbaren Stigmatisierung psychisch kranker Menschen am besten entgegengewirkt.

      Spürbar wurde in der Diskussion das Engagement aller Teilnehmer für eine bessere Versorgung und mehr Teilhabe psychisch kranker Menschen. Ein Interesse, das von den rund 80 Besuchern der Medlounge am Schluss mit viel Beifall bedacht wurde.

    • Programm

      18:00 Uhr

      Empfang

      18:30 Uhr

      Begrüßung

      Stephan Köhler Geschäftsführer Vitos Rheingau

      Florian Gerster, Staatsminister a.D., Vorsitzender Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v., Unternehmensberater, Frankfurt a. M.

      18:45 Uhr

      Keynote 1

      Dr. Sibylle C. Roll Ärztliche Direktorin des Votos Klinik Eichberg

      18:45 Uhr

      Keynote 2

      Dr. Gerald Gaß Geschäftsführer Landeskrankenhaus AÖR

      19:15 Uhr

      Panel

      Dr. Richard Auernheimer Geschäftsführer des Vereins zur Unterstützung Gemeindenaher Psychiatrie in Rheinland-Pfalz e.V.

      Dr. Ralf-Norbert Bartelt, MdL, Gesundheits- und sozialpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Hessen

      Reinhard Belling Geschäftsführer Vitos GmbH

      Dr. Irmgard Stippler Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland

      20:00 Uhr

      Ausklang

    • Referenten

      • Dr. Richard Auernheimer
        Geschäftsführer des Vereins zur Unterstützung Gemeindenaher Psychiatrie in Rheinland-Pfalz e.V.

      • Dr. Ralf-Norbert Bartelt,
        MdL, Gesundheits- und sozialpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Hessen

      • Reinhard Belling
        Geschäftsführer Vitos GmbH

      • Dr. Gerald Gaß
        Geschäftsführer Landeskrankenhaus AÖR

      • Stephan Köhler
        Geschäftsführer Vitos Rheingau

      • Dr. Sibylle C. Roll
        Ärztliche Direktorin des Votos Klinik Eichberg

      • Dr. Irmgard Stippler
        Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland

    • Sponsoren

Vergangene Parlamentarische Abende

  • Parlamentarischer Abend 2015

    • Nachbericht

      "Gesundheitswesen 4.0 - Was bringt uns die elektronische Vernetzung?"

      Schon heute gibt es in Hessen viele gute telemedizinische Projekte, die in die Fläche gebracht werden könnten. Dennoch ist das Bundesland noch nicht Treiber bei der eHealth-Entwicklung. Wo kann die Politik stärker als bisher unterstützen? Und welche rechtlichen Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden, damit das Projekt Telemedizin die Gesundheitsversorgung hierzulande verbessert? Darüber diskutierten wir bei unserem Parlamentarischen Abend am 24. November 2015 mit Repräsentanten der im Hessischen Landtag vertretenen Fraktionen.

      Die Leiterin der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse Hessen, Dr. Barbara Voß, lobte zu Beginn die Fortschritte, die Hessen bei der Digitalisierung mache, fragte aber zugleich wie es weitergehe. Vor allem in der Entbürokratisierung, zum Beispiel durch die Abschaffung von „lästigem Papierkram“ in den Praxen, sieht sie einen großen Gewinn durch Telemedizin. Dazu müssten aber politische Blockaden abgebaut werden.

      Prof. Dr. Christian Dierks, Prof. für Gesundheitssystemforschung an der Charité Universitätsmedizin Berlin, Mitbegründer Rechtanwaltskanzlei Dierks + Bohle und Experte für Rechtsfragen in der Telemedizin, wies darauf hin, dass die Klärung von Rahmenbedingungen für die elektronische Gesundheitskarte seit vielen Jahren in der Selbstverwaltung ausstehe. So sei beispielsweise das elektronische Rezept nach elf Jahren Planung noch immer nicht in Sicht. Mit dem kommenden eHealth-Gesetz solle nun eine Lösung her. Den Abgeordneten gab der Experte drei Empfehlungen mit auf den Weg:

      1.) Fernbehandlungsverbot
      Handlungsbedarf sieht Dierks bei der Präzisierung des Rechtsrahmens bei Fernbehandlungen, bspw. per Online-Videosprechstunde oder am Telefon. Schon heute könnten Ärzte den Patienten mal von Angesicht zu Angesicht und mal per Video-Kontakt behandeln. Es bedürfe aber klarer Regeln, wie viel Fernbehandlung erlaubt ist, denn nur die ausschließliche Fernbehandlung sei verboten, so Dierks.

      2.) Auftragsdatenverarbeitung
      Aus Gründen des besonderen Datenschutzes funktioniert die Auftragsdatenverarbeitung im Gesundheitswesen nicht. Zur Weitergabe und Verarbeitung der persönlichen Gesundheitsdaten muss der Patient einwilligen. Im Interesse aller Beteiligten solle durch den Gesetzgeber eine ausgewogene und praxisnahe Lösung gefunden werden, um Dienstleister rechtssicher einzubinden und das Arzt-Patienten-Verhältnis zu erhalten.

      3.) Fitness- und Gesundheits-Apps: Der Trend zur eigenen Vermessung
      „Der Trend zur Selbstvermessung schließt eine Lücke“, erklärte Dierks. Konsumenten bekämen das Gefühl, etwas für die eigene gesundheitliche Vorsorge und Versorgung zu tun. Dennoch wisse man nicht, was mit den häufig privatwirtschaftlich erhobenen Daten passiere. Viele Apps arbeiteten außerdem mit unterschiedlichen Standards, was den Datenaustausch verhindere. Dierks forderte eine Vereinheitlichung der Schnittstellen und die Speicherung der Daten auf europäischen Servern.

      Dr. Thomas Spieß, MdL, erklärte, dass erst einmal die technische Infrastruktur bereitgestellt werden müsse, damit die Telemedizin in Hessen funktioniere. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion warf die Frage auf, wer die Rechte an den Patientendaten habe. Für ihn gelte, dass Gesundheitsdaten so geschützt sein müssten, wie im persönlichen Arztgespräch. „Jede Verwendung von Daten muss von der Zustimmung des Patienten abhängen“, erklärte Spieß. Die Standards zum Schutz medizinischer Daten müssen aber auch von allen Patienten verstanden werden.

      Oberste Priorität hat der Datenschutz auch für den Gesundheits- und Sozialpolitischen Sprecher der CDU, Dr. Ralf-Norbert Bartelt. Ein enger rechtlicher Rahmen bei Fernbehandlungen sei daher notwendig, der direkte Kontakt zwischen Patient und verantwortlichem Arzt unabdingbar. Aber der Abgeordnete nannte auch die Vorteile der Telemedizin: Vor allem die Konsiliartätigkeit zwischen Ärzten und die Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen würde durch die Digitalisierung im Gesundheitswesen erleichtet. Sinnvoll sei die Speicherung von personenbezogenen Daten auf der elektronischen Gesundheitskarte vor allem bei Medikamenten- und Notfalldaten, nach Einwilligung des Patienten. Für die Schaffung eines Rechtsrahmens, der den Zugriff auf die Daten erleichtere, sah Bartelt vorerst keine Notwendigkeit.

      „In 10 Jahren lachen wir über die Diskussionen von heute“, war sich der Sozialpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Marcus Bocklet, sicher. Er zeigte sich offen für Neuerungen, da die neuen Techniken die Gesundheitsversorgung verbessern könnten. Alle Angebote sollten aber im Einzelfall geprüft werden.

    • Programm

      19:00 Uhr

      Empfang

      19:30 Uhr

      Begrüßung

      Florian Gerster, Staatsminister a.D., Vorsitzender Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main e.v., Unternehmensberater, Frankfurt a. M.

      Dr. Barbara Voß Leiterin der Landesvertretung der Techniker Krankenkassen in Hessen

      19:45 Uhr

      "eHealth und Telemedizin: Was muss passieren? Herausforderungen an den Gesetzgeber"

      Prof. Dr. Christian Dierks Prof. für Gesundheitssystemforschung an der Charité Universitätsmedizin Berlin und Mitbegründer Rechtsanwaltskanzlei Dierks + Bohle

      20:15 Uhr

      Diskussion

      • Dr. Ralf-Norbert Bartelt, MdL, Gesundheits- und Sozialpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion
      • Marcus Bocklet, MdL, Sozialpolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion
      • Florian Rentsch, MdL, Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion
      • Marjana Schott, MdL, Gesundheitspolitische Sprecherin der Linke-Landtagsfraktion
      • Dr. Thomas Spies, MdL, Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion
      21:00 Uhr

      Get-together

    • Referenten

      • Prof. Dr. Christian Dierks
        Prof. für Gesundheitssystemforschung an der Charité Universitätsmedizin Berlin und Mitbegründer Rechtsanwaltskanzlei Dierks + Bohle

    • Sponsoren