Wissensregion FrankfurtRheinMain

Wissensregion FrankfurtRheinMain

Am 9. Oktober 2008 wurde in Frankfurt eine "Erklärung zur Wissensregion FrankfurtRheinMain" unterzeichnet, durch die Hochschulen und Forschungseinrichtungen unter Vermittlung der Politik im Rhein-Main-Gebiet enger mit Wirtschaft und Kultur kooperieren wollen.
Die Erklärung formuliert vier Ziele: Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur sollen vernetzt werden, Innovationen sollen gefördert, die Exzellenz in Bildung und Lehre gestärkt sowie Leben und Arbeiten in einer attraktiven Region gestaltet werden.

Im Initiativkreis Wissensregion arbeiten Menschen der Region aus Unternehmen, Hochschulen, Forschungsinstituten, Kultureinrichtungen, Organisationen und Politik zusammen.

Florian Gerster, Staatsminister a.D., Unternehmensberater Deininger Unternehmensberatung GmbH und Vorstandsvorsitzender der gesundheitswirtschaft rhein-main, ist Vorsitzender der Arbeitsgruppe Pharma/LifeScience des Initiativkreises Wissensregion. In seinem Impulsvortrag anlässlich der „Erklärung zur Wissensregion FrankfurtRheinMain“ fasste er die Stärken und Reserven der Region in diesem Bereich thesenartig zusammen:

A. Bestandsaufnahme
1. FrankfurtRheinMain: Apotheke Deutschlands?
Deutschland ist nicht mehr Apotheke der Welt, aber FRM hat das Potential zum Pharma/LifeScience-Cluster Nr. 1 in Deutschland.
2. FRM Apotheke Deutschlands:
  • 17,5% der regionalen Wertschöpfung und 13% der Beschäftigung durch die Pharmazeutische Industrie (Studie TU Darmstadt 2006)
  • Branche profitiert vom Export und demografischen Wandel
3. Der Arbeitsmarkt FrankfurtRheinMain profitiert von der starken Präsenz pharmazeutischer Unternehmen:
  • Hohe Forschungs- und Entwicklungsintensität
  • Jeder Arbeitsplatz in einem Pharmaunternehmen generiert einen weiteren Arbeitsplatz in der externen Prozesskette
4. FRM Apotheke Deutschlands:
  • Sanofi-Aventis Pharma Deutschland, Boehringer Ingelheim, Stada Arzneimittel, Merck KGaA und Lilly Deutschland GmbH zählten 2003 zu den umsatzstärksten Unternehmen der Pharma-Branche
  • Dem Mittelständler Merz GmbH + Co KGaA gelang es, einen „Blockbuster“ im Pharmamarkt zu platzieren
5. Pharma/LifeScience: Spitzenreiter im Produktivitätswachstum in FRM
  • Wachstum in der Stundenproduktivität 2000 – 2005 p.a. mit über 5% vor allen anderen Branchen
    [ BAK Basel Economics]
6. Medizintechnik: Deutschland führend
  • Exporteur Nr. 2 und Produzent Nr. 3 weltweit
  • Zweiter Gesundheitsmarkt fördert Expansion
  • Investitionsstau in (öffentlichen) Krankenhäusern muss abgebaut werden
  • Leuchttürme in der Region: Fresenius, Abbott
B. Politische Rahmenbedingungen
7. Hessen und Rheinland-Pfalz werden Vorreiter für eine ganzheitliche Gesundheitswirtschaftspolitik
  • Das Neben- und Gegeneinander von Gesundheitspolitik (Kostendämpfung) und Wirtschaftspolitik (Wachstumsförderung) wird überwunden
  • Der zweite, deregulierte Gesundheitsmarkt wird entwickelt: Nachfrage fördert Wachstum und Arbeitsplätze
8. Gesundheitswirtschaftpolitik: Hessen setzt sich für eine innovationsfördernde Deregulierung der Arzneikostenerstattung in der GKV ein
  • Übergang zu einem System mit obligatorischer Grundsicherung und optionalen Wahltarifen
  • Sachleistungsprinzip („Alles oder Nichts“) verhindert inkrementelle Innovationen
9. Das Land Hessen und die Region FRM bündeln branchenspezifische Bildungsangebote an den Schnittstellen Medizin, Biologie, Pharmazie und Ökonomie
C. Exzellenzcluster Pharma/Life-Science
10. Initiative Gesundheitswirtschaft Rhein-Main e.V.: Bündelung der Kräfte. Akteure organisieren gemeinsame Projekte und einen institutionellen Unterbau
  • Beispiel: Bedarfsanalyse Aus- und Weiterbildung für die Medizintechnik in der Region
  • IHK, Land, GWRM e.V., …
11. Wissenschaft und Wirtschaft arbeiten im Exzellenzcluster Pharma/Life-Science vorbildlich zusammen
  • Beispiel FIZ / ScienceCity Riedberg: Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie (Ziel: 3000 Arbeitsplätze)
  • Beispiel Industriepark Höchst (22.000 Arbeitsplätze)
12. FrankfurtRheinMain fördert Modelle der Zusammenarbeit von Pharmakonzernen mit Biotech-Unternehmen
  • Instrumente der Förderung von Existenzgründung und Unternehmensentwicklung werden fokussiert
  • Die Arbeitsteilung zwischen Forschung (Biotech) und Entwicklung/ Markteinführung (Pharma) wird gefördert
13. Projektwirtschaft: FRM schafft ein Innovationsnetzwerk zur Versorgung von Volkskrankheiten
[GWRM e.V.]
  • Demenz / Schlaganfall / Diabetes
  • Prozesskette: Vorsorge – Früherkennung – Akutbehandlung – Sekundärprävention – Nachsorge
  • Bereitschaft aller notwendigen Partner
  • Wohnung als Gesundheitsstandort
  • Systemoptimierung
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