medlounge Höchst

medlounge rhein-main: Industriepark Höchst stärkt die Region Rhein-Main als Wirtschaftsstandort

Innerhalb weniger Jahre hat sich nach dem Aus der Hoechst AG der Industriepark Höchst zu einem der größten Chemie- und Pharmastandorte Europas entwickelt. Über das Geheimnis dieser Erfolgsgeschichte diskutierten die Teilnehmer der medlounge rhein-main am 15. Juni 2010 bei sanofi-aventis im Industriepark Höchst. Dank der Umstrukturierung in der Vergangenheit ist der Standort Höchst erfolgreicher und wettbewerbsfähiger denn je. Ein Zeichen dafür sind die Beschäftigungs- und Investitionszahlen, die kontinuierlich ansteigen, weshalb der Industriepark Höchst als Arbeitgeber im Rhein-Main-Gebiet kaum wegzudenken ist.

Jürgen Vormann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Infraserv GmbH, sieht das Erfolgsgeheimnis des Industrieparks in dem Service, der den ansässigen Unternehmen geboten werden kann: Während sich diese auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können, erledige die Betreibergesellschaft den Rest. Weitere Gründe für den Erfolg des Industrieparks Höchst sind vor allem „der zentrale Standort und die gute Infrastruktur, dank der die angesiedelten Chemie- und Pharmaunternehmen an das Schienennetz, den Wasserweg, die Autobahn und den Flughafen angebunden sind“, so Jürgen Vormann weiter. Neben diesen Vorteilen sind aber auch die gut ausgebauten Produktionsstätten und die im Rhein-Main-Gebiet verwurzelten Mitarbeiter Gründe dafür, dass sanofi-aventis sein Engagement in Frankfurt ausgeweitet habe, berichtete Dr. Knollmeyer, Director Health Policy des Pharma-Unternehmens. So sei die globale Diabetes-Division jüngst in Frankfurt angesiedelt worden.
 

Nach dem Aus der Hoechst AG in den Jahren 1997/98 war der heutige Erfolg des Industrieparks noch lange nicht vorauszusehen. Viele befürchteten, dass in Höchst eine Industriebrache entstehen würde und viele Arbeitsplätze dauerhaft verloren wären. Nachdem Infraserv 1997 das Management des Standortes übernahm, durchlief der Industriepark Höchst zunächst ein „tiefes Tal der Tränen“, um anschließend gestärkt daraus hervorzugehen und das zu werden, was er heute ist. Ob der Industriepark Höchst eine Marke geworden sei, die eine Strahlkraft habe, wollte Detlef Hans Franke, Moderator der Runde, Geschäftsführer der FuP Kommunikations-Management GmbH und Vorstandsmitglied der Initiative gesundheitswirtschaft rhein-main, wissen. Jürgen Vormann bestätigte, dass dies auf deutscher und auf europäischer Ebene der Fall sei. China, Indien und andere asiatische Länder würden zwar weiter an Bedeutung gewinnen, gab Dr. Knollmeyer zu bedenken, doch Höchst behaupte sich im europäischen Wettbewerb.

Dr. Norbert Schraad, Vorstand der Helaba Landesbank Hessen-Thüringen, betonte, dass man wettbewerbsfähige Unternehmen ansiedeln müsse und die Geschäftsmodelle stimmen müssten, um einen Standort auch wirklich zu stärken. In den 90-er Jahren war die Politik tendenziell eher ein Gegner der Chemie- und Pharmaindustrie. Heute wird diese als wichtiger Bestandteil der Gesundheitswirtschaft angesehen und auch unterstützt. Politik und Wirtschaft arbeiten näher zusammen, statt wie früher gegeneinander, bestätigte auch Markus Frank, Wirtschaftsdezernent der Stadt Frankfurt am Main.

Die Pharmaindustrie müsse weiter gefördert werden, so wie dies in Irland, England und Frankreich der Fall sei, forderte Dr. Knollmeyer. Zudem setzt er sich für eine engere Zusammenarbeit mit Universitäten und anderen akademischen Forschungseinrichtungen ein, um den Nachschub an qualifiziertem Fachpersonal zu garantieren. „Daran muss noch gearbeitet werden“, so Dr. Knollmeyer, denn es falle zunehmend schwerer, hochspezialisiertes Fachpersonal zu finden. Ob sich ein zukünftiger Mitarbeiter in Frankfurt niederlasse, um in Höchst zu arbeiten, sei auch von der Attraktivität der Rhein-Main-Region abhängig, so Markus Frank. Deshalb investiere die Stadt Frankfurt auch in die „weichen“ Standortfaktoren, wie Kunst und Kultur, die Schaffung von Kindergartenplätzen oder die Gewährleistung der guten Erreichbarkeit der Arbeitsstätte.

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