Königsweg Privatisierung? - Frühjahrstagung 2007
Königsweg Privatisierung? - Frühjahrstagung 2007
Florian Gerster fordert länderübergreifende Zusammenarbeit der Gesundheitswirtschaft in Rhein-Main
Stärkeres „Denken und Handeln in regionalen Zusammenhängen“ hat Florian Gerster, Vorsitzender der „Gesundheitswirtschaft Rhein-Main“ anlässlich der Frühjahrstagung des Vereins in der IHK Rheinhessen in Mainz bei Politik und Wirtschaft angemahnt. „Rhein-Main kann im zunehmenden Wettbewerb der Gesundheitsregionen in Deutschland und Europa nur erfolgreich bestehen, wenn Länderinteressen zurückgestellt und die Kräfte gebündelt werden“, so der Vorsitzende.
Der Verein Gesundheitswirtschaft Rhein-Main e.V. veranstalte seine Frühjahrstagung aus diesem Grund ganz bewusst in Mainz, sagte Gerster. Die Rhein-Main-Region gehöre nach wie vor zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Regionen Europas. Der Standort sei aber gegenüber anderen Regionen nicht ungefährdet. Eine aktuelle Studie zeige etwa, dass die Region Rhein-Main gute Forschungsergebnisse hervorbringe, diese aber zu selten und nicht schnell ge-nug zu innovativen und marktfähigen Produkten und Prozessen führten, so Gerster.
Auch in der Gesundheitswirtschaft gebe es in Rhein-Main überdurchschnittliche Potenziale, diese müssten aber offensiver genutzt werden. Vor diesem Hintergrund sei es wichtig, nicht nur die politische Zusammenarbeit im Dreiländereck Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern auf dem Gebiet der Gesundheitswirtschaft zu verstärken, sondern auch traditionelle Branchengrenzen zu überwinden. Die Initiative „Gesundheitswirtschaft Rhein-Main“ habe hier einen ersten Schritt getan und führe in der Region Krankenhäuser, niedergelassene Medizin, Pharma, Medizintechnik und andere enger zusammen.
Zu den Wachstumstreibern zählten in Rhein-Main Pharma, Biotechnologie und Medizintechnik, so Gerster. Von hoher Qualität sei auch das stationäre medizinische Angebot. Allerdings müssten viele Krankenhäuser wirtschaftlicher geführt und Verbundlösungen geschaffen werden, wenn – vor allem die in der Region noch überproportional vertretenen kommunalen Häuser - überleben wollten. Eine Subvention von betriebswirtschaftlich nicht optimierten Kran-kenhäusern durch die öffentliche Hand sei weder sinnvoll noch sozial.
Dies gelte auch für Universitätskliniken und andere Kliniken der Maximalversorgung. Zu den Alleinstellungsmerkmalen der Region gehöre die vor rund einem Jahr privatisierte Universitätsklinik Gießen-Marburg. Dies sei der Grund, weshalb die Initiative „Gesundheitswirtschaft Rhein-Main“ bei ihrer Frühjahrstagung die Erfahrungen mit der Privatisierung von Krankenhäusern in den Mittelpunkt gestellt habe, so Gerster.

